20.-27.6.2026, Muss man alles verstehen?

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Nach 8 Tagen Warten auf Ersatzteile stellt sich heraus, dass lediglich ein O-Ring einer Einspritzdüse undicht ist – das Ersetzen dauert 30 Minuten, Ersatzteile brauchen wir keine. Verwirrung und Unverständnis in unseren Köpfen. Muss man alles verstehen? 

Warum bocken Pferde bei einem Rodeo?

Der eng geschnürte Gurt im Lendenbereich (Flankengurt) mag das Pferd nicht. Die Flanke ist eine extrem empfindliche Zone, der Gurt drückt auf den Unterleib. Das Pferd versucht reflexartig, diesen störenden Druck durch heftiges Ausschlagen und Buckeln loszuwerden.

Sobald der Ritt vorbei ist, wird der Gurt gelöst und das Pferd hört in der Regel sofort auf zu bocken. Rodeo muss man als Europäer nicht verstehen.

Wir saugen die Stimmung auf, es ist ganz nett und ungewohnt, wir bleiben aber nicht bis zum Schluss. Viel lieber verbringen wir einen netten Abend mit Heike, Harry, Regina und Berthold (alle aus D) …. dann ziehen wir endlich weiter.

Wald, Bäche, Wald, Berge, Wald, Wald, Wald.

Die Chetwynd International Chainsaw Carving Championship ist einer der weltweit angesehensten und prestigeträchtigsten Wettbewerbe im Kettensägenschnitzen. Wir verpassen ihn um 1 Woche.

Jedes Jahr werden genau 12 der weltbesten Schnitzer eingeladen. Das Feld teilt sich traditionell auf in 4 Kanadier, 4 US-Amerikaner und 4 Internationale. Jedem Künstler steht ein Stamm der Western Red Cedar zur Verfügung. Die Schnitzer haben insgesamt 35 Stunden Zeit.

Nach dem Event verbleiben die Kunstwerke in der Stadt. Inzwischen stehen über 200 Skulpturen im gesamten Stadtgebiet. Davon profitieren wir, gewaltig die Fein- und Kunstarbeiten, wir sind beeindruckt.

Heute beginnt eine zarte Liebesgeschichte zwischen Kanada und uns. Der Camping-Betreuer ist in Mütze, Jacke und Handschuhe gehüllt, ich laufe in der Badehose zum Ufer des Sees Moberly. Etwa 14 Grad schätze ich das Wasser – aber es ist so wunderschön und erfrischend, im glasklaren See zu schwimmen.

Die Landschaft dem Peace River entlang ist abwechslungsreich und gibt fürs Auge echt was her….

… die Fahrt bis nach Fort St. John gefällt uns ausgezeichnet.

In Dawson Creek ist Kilometer Null des legendären Alaska Highways. Wir biegen bei Kilometer 75,6 ein, ab jetzt geht es fast 2‘200 km nordwärts. Wildnis, Abenteuer und Romantik verspricht unser Reiseführer – wir sind gespannt.

Wieder eine schöne Fahrt, die Liebesgeschichte nimmt Fahrt auf……bis…..

… wir wieder gestoppt werden. Ein Camion ist gekippt, die ganze Ladung liegt auf der Alaska Highway, sie ist für ca. 20 Stunden gesperrt. Halb so schlimm, wir haben alles mit dabei.

Die staubige Fahrt geht weiter, so viele Wohnmobile – viele aus den USA. Tiere haben auf der Alaska Highway Vortritt! Bäri 7 und 8 kreuzen unseren Weg…..

…. die Liebesgeschichte nimmt Fahrt auf….

….. wir stoppen …..

….Hopp Schwiiz, hopp Schwiiz……

Watson Lake, das kleine Dorf mit 1500 Seelen, hat wohl die ungewöhnlichste Sehenswürdigkeit der Region. Während des Zweiten Weltkriegs bauen amerikanische Streitkräfte den strategisch wichtigen Alaska Highway.

1942 hat der verletzte US-Soldat Carl K. Lindley den Auftrag, beschädigte militärische Wegweiser an einer zentralen Kreuzung in Watsen Lake zu reparieren. Ihn packt das Heimweh. Er fügt kurzerhand dem offiziellen Pfahl ein selbstgemachtes Schild mit der Aufschrift „Danville, Illinois, 2835 Miles“ hinzu, um die Richtung und Entfernung zu seiner Heimatstadt zu verewigen.

Nach dem Krieg wird der Highway für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Reisende greifen die Idee auf und bringen Nummernschilder, Ortsschilder und Holztafeln aus aller Welt mit, um sich im „Sign Post Forest“ zu verewigen.

Belustigt schlendern wir durch die Pfähle mit ca. 90‘000 Schildern und es kommen täglich mehr dazu. Einmal mehr zeigt sich, was für ein reisefreudiges Volk die Eidgenossen sind. Da fehlen wohl so einige Original-Ortsschilder in Europa.

Wir fahren den…

…. und ja, wir sind jetzt in Yukon. Der mächtige Yukon River fliesst 3’200 Kilometer durch das Yukon Territory und Alaska ins Beringmeer. Wir werden ihn wohl noch mehrmals überqueren.

Der Campbell Highway folgt der Pelzhandelsroute, fast 600 Kilometer weite, einsame Natur mit nur mal 2 Minen-Dörfern. Es wird hauptsächlich Zink, Blei und Wolfram gefördert.

Die Liebesflamme wird grösser. Berge, Natur, fast kein Verkehr – und wo in Europa kann man alleine an einem unbewohnten prächtigen See verweilen? Halt – wir teilen den See mit hunderten blutdrünstigen, fiesen Mücken.

Wir verabreden uns mit Heike und Harry und verbringen einen angeregten, sehr netten Abend mit leckerer Grillade.

Unfassbar schön ist die Morgenstunde und ich löse mein an mich gestelltes Versprechen, in jedem See zu schwimmen, wo wir über Nacht stehen, ein.

Schon frisch

Wir sind gut unterwegs, die Piste ist perfekt gewartet, im Dorf Ross River stoppen wir kurz…

… es ist ein verschlafener Ort mit Tankstelle und Tante Emma Laden…

…. dann passiert es wieder, das Motorenzeichen geht an, kurze Zeit später schaltet Bänzli auf den Notlauf. Muss man es verstehen? Muss man nicht, glücklich ist wer trotzdem lacht.

Bär 9 bis 11 machen uns Freude, Bänzli weniger.

Das Foto ist leider nicht scharf – ich bin jeweils ganz aus dem Häuschen, wenn sie plötzlich vor uns stehen.

Wir übernachten erst mal am „Little Salmon Lake“ und beraten, was wir tun sollen. Bis zur nächsten Stadt sind es 320 Kilometer – sollen wir das mit so wenig Motorenkraft wagen? Oder doch einen Abschlepper organisieren?

Der Schlaf ist unruhig bis gar nicht vorhanden – Gedankenkarussell im Kopf.

Um 06:00 fahren wir los. Ziel ist Whitehorse. Dort haben wir die Chance, eine Garage zu finden, die sich mit Sprintern auskennt. Wir sind angespannt, die Nerven sind sensibel verpackt, wir zählen die Kilometer. Es gibt keinen Camping in Whitehorse, ins Hotel wollen wir in unserer Stimmung nicht, wir brauchen die Geborgenheit im Büsli. 25 km südlich der Stadt gibt es einen RV Park mit Restaurant.

Unsere Stimmung bessert sich sofort, französische Köchin, belgische Führung, deutsches Bier, internationale Speisekarte, eine herzliche Begrüssung auf Deutsch und das Beste – um die Ecke eine Garage (sie soll die beste sein), die spezialisiert ist auf D Autos. Natürlich ist wieder Wochenende – wir vereinbaren einen Termin auf Montag.

 

 

Fazit der Woche: Nicht alles verstehen zu müssen schützt vor Grübeln.

 

 

 

Wochenfilm:

Musik: Kym Gouchie, Stück: 215+

 

3 Kommentare zu „20.-27.6.2026, Muss man alles verstehen?

  1. Ihr seid vermutlich im Caribou RVPark – da war glaub früher sogar mal ein Schweizer! Viel Erfolg bei der nächsten Reparatur!

  2. Nice sculptures and what a feast to be able to see so many bears. Blurry pic tells more story I always feel. Oh rodeo, difficult for me to comprehend. Enjoy the Canadian wilderness. Hugs.

    1. Thank you, Reuben, for your comments, what is your next traveling Plan? Please promise to visit us in Switzerland—you’re always welcome and our guest for as
      long as you’d like. A very big hug Heidi and Werni

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