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Das sind die Momente, die das Reisen im Camper unvergesslich schön machen.

Wir stehen alleine am Mondsee, Biber schwimmen vorbei, keine störenden Geräusche ausser das leise Brummen unserer Heizung….

….das Abendlicht bezaubert und Bänzli hat die ersten 800 Kilometer geschafft. Immer wieder überprüfen unsere Augen evt. Fehlermeldungen, die Unsicherheit ist immer noch da.

Für morgen ist Schnee gemeldet, jetzt heisst es Gas geben. Die Fahrt zurück nach Kanada auf dem Alaska HW ist der Hammer. Die Alaska Bergkette mit seinen vergletscherten Riesen begleitet uns rechts, tiefblaue Seen und Herbstimmung sind so wunderschön.

Kanada gibt alles, um unsere Herzen doch noch zu erobern.

Der Massentourismus ist weg, nur noch vereinzelt treffen wir Reisende an, kein Wunder, die Nächte sind bereits bitterkalt. Die Faszination der unbewohnten Weite hat uns wieder, Mensch ist das Land riesig.

Am Kluane Lake, dem grössten See der Provinz Yukon, soll es Grizzlybären geben. Hier lebt die Kluane First Nation. Dágą shàw nîthan dákeyi lhàádal yu, Übersetzt: We are happy you have come to our country, steht auf einer Willkommenstafel. Der Kluane National Park ist ein völlig unerschlossenes, 13’600 km2 grosses Wildnisgebiet mit der grössten Gletscheransammlung ausserhalb der Arktis. Der Mount Logan mit fast 6’000 Meter der höchste Berg Kanadas.

Unberührte Natur über mehrere 100 Kilometer, faszinierend, eindrücklich, berührend.

Whitehorse zum Dritten. Hier schliesst sich der Kreis unserer Tour des Nordens.

Der Spätherbst ist definitiv der richtige Zeitpunkt, um Kanada zu bereisen. Der Yukon leuchtet, es ist ruhig geworden und die für die Saison bereits geschlossenen Campingplätze stören nicht, wir stehen wild.

Die Carcross Desert, eine rund 2,6 Quadratkilometer grosse Dünenlandschaft, ist wohl die „kleinste Wüste der Welt“. Der Sand stammt aus der letzten Eiszeit, Schwemmsand eines riesigen Gletschersees.

Beine vertreten, dann weiter Gas geben.

Bäri 26 und 27 kreuzen unseren Weg.
Wir wagen es, den Stewart-Cassiar-Highway doch zu fahren. Die rund 900 Kilometer lange, einsame Fernstrasse soll uns zurück nach British Columbia (BC) führen.

Was für eine Fahrt! War es vor 4 Monaten langweilig grün in BC, fahren wir jetzt durch einen Herbsttraum, der kein Ende nehmen will. Hunderte von Kilometern durch ein Wunder aus Gold – was für ein Erlebnis, das wir ohne unseren bockenden Sprinter nicht erleben dürften.

Ca. 150 Millionen Bäume, davon ca. 50 Prozent Laubbäume, säumen die Strasse des Cassiar HW (nur im direkten Sichtfeld). Birken, Pappeln, Espen, Erlen und Weiden stehen konzentriert in Flusstälern, an Hängen oder auf alten Brandflächen. Stell dir ein kitschiges Herbstbild in Aquarell auf Leinwand vor. Du rümpfst die Nase und sagst: „So ein Kitsch!“ Aber genau so sehen die Wälder im Moment am Cassiar HW aus.

Bäri No. 28

Und plötzlich sind wir wieder in Alaska.

Ein kurzer Abstecher nach Hyder, schauen ob doch noch ein Bär am Fish-Creek am Fischen ist – um wieder zurückzukehren auf den Cassiar.

Gletscherwelten

Ein unauffälliges Schild weisst auf das Gitanyow Historik Dorf hin.

Dort steht eine der grössten und ältesten Totempfahl-Sammlung aus Zedernholz an ihrem Originalstandort. Darunter das »Hole in the Ice« (1850), das auf einen strengen Winter mit Hungersnot hinweist.

Einige Totem sind zwar Replikas, dennoch sind sie absolut sehenswert, die Unordnung und Müllberge im ganzen Dorf weniger.

Das Ksan Historical Village ist ein historisches Museumsdorf der Gitxsan-Ureinwohner in Hazelton.

Das rekonstruierte Dorf mit traditionellen Langhäusern, seinen Familiengeschichten, Traditionen und handgeschnitzten Totempfählen ist zur Zeit verlassen, alles ist geschlossen für den Winter.

Es fehlen noch 160 Kilometer bis Prince George. Dort haben wir einen Besprechungstermin mit Torsten, einem D Mechaniker, der Mercedes Kenntnisse hat.

Was für eine Woche! Der Sprinter schnurrt, die gefahrenen 3‘000 km könnten schöner kaum sein und wir sind wieder im Reisefluss.

Fazit der Woche: Kalte Nächte aber herrliche Tage
Wochenfilm:
Musik: Sarah MacDougall, Stück: Cold Night
Oh toll, dass das Reisen wieder Oberhand hat. Ja der Herbst verzaubert mit seinen Farben. Danke für den schönen Bericht.