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Auch der Reparaturkreis scheint sich in Prince George zu schliessen. Hier hat das Elend am 11.6. begonnen und hier nehmen hoffentlich die letzten Repataturen ein gutes Ende. Und wie könnte es anders sein – alles beginnt mit Warten.

Am Morgen verliere ich im Büsli meinen, für mich wertvollen, Ohrring. Wir finden nur den Stecker. Wir durchsuchen jeden Winkel, jede Nische, die hinterste Ecke – nichts ausser – Bänzli ist so sauber, entstaubt, poliert wie schon lange nicht mehr.
Warten, warten, warten……
Es gibt nur einen geöffneten Campingplatz in Prince George und der hat super saubere Duschen und Waschmaschinen. Solche Infrastrukturen nutze ich jeweils sehr gerne – also Bettwäsche weg – Lammunterlage ausschütteln (Mensch der Staub) – unter der Matratze putzen – und ohhh jubii – ich finde meinen Ohrring, er funkelt in einer kleinen Ritze, Freude herrscht! Wenn wir mal so Glück mit Bänzli hätten?
Eine sehr traurige Nachricht erreicht uns. Unser Reisementor Paul und Freund ist verstorben. Wir sind sehr traurig und wünschen Irène viel Kraft. Gute Reise lieber Paul.

Unverrichteter Dinge, sprich ohne Reparatur, fahren wir nach 4 Tagen weiter. Nicht dass wir kein Vertrauen in Torsten, den Deutschen KFZ-Meister haben. Die Beschaffung der Ersatzteile und seine Arbeit würden sich aber hinziehen und wir wollen und können nicht schon wieder 2 Wochen oder mehr warten.

Rotlachse, was für bemerkenswerte Fische mit einem faszinierenden Lebenszyklus. Sobald sie geschlechtsreif sind, wandern sie zurück in das Gewässer, in dem sie geboren sind. Wir stehen am Adams River, wo genau im Oktober die Lachse zurückwandern. Mit kräftigen Schwanzstössen schwimmen sie vom Pazifik stromaufwärts über den Fraser und Thompson River 520 Kilometer in nur 3 Wochen bis zur Geburtsstätte.

Hier paaren sich die Fische, laichen und sterben nach wenigen Tagen. Sie führen dem lokalen Ökosystem wichtige Nährstoffe zu und füttern die Bären für die Winterruhe.
Bei ihrer Ankunft im Süsswasser verfärbt sich ihr silberner Körper leuchtend blutrot mit grünlichem Kopf.

Alle 4 Jahre findet ein „Dominanzjahr“ statt, in dem Millionen von Fischen zurückkehren, und das ist genau im 2026. Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Im Reiseführer steht: Die Rotlachswanderung (Sockeye Salmon Run) am Adams River in British Columbia zählt zu den spektakulärsten Wildtierphänomenen Nordamerikas.
Wenn man über ein Ereignis in Superlative liest, kann man fast nur enttäuscht sein. Das hochgepriesene „Salute to the Sockeye Festival“ der First Nation entpuppt sich als ein Gehüpfe von ein paar „verkleideten“ Jugendlichen. An ein paar Ständen wird Handwerk, Eis und Pommes verkauft und Lachse sehen wir von der Plattform aus nur einzelne. Wo sind denn jetzt die Millionen?

Wir wandern dem Adams River entlang und versöhnen uns mit dem Ereignis. Tatsächlich können wir viele Fische beim Paaren und Laichen beobachten.

Hmmm, unser Gedächtnis wird definitiv schlechter. Vielleicht ist es aber nur eine Festplatten-Optimierung. Unser Speicher ist recht voll mit Geschichten, Landschaften, Begegnungen, Ideen, Sprachen und Sprinter-Ersatzteilen. Das Vergessen hat auch Vorteile.

Zum Beispiel kann man immer wieder die gleichen Geschichten erzählen und sie sind immer wieder interessant, über denselben Witz lachen und die Landschaft zum ersten Mal sehen auch wenn wir zum 4. Mal die gleiche Strecke fahren 🤣.

So ist die Fahrt nach Golden einfach traumhaft und noch nie gesehen.

Bäri No. 29
Immer noch Waldbrände in Alberta.

Unsere Reparaturliste beschäftigt uns. Sollen wir versuchen bis Mexiko zu kommen? Oder die Reparaturen doch in Kanada erledigen?
Thanksgiving steht an, das Erntedankfest, die Dankbarkeit für Familie und Freunde und alles Gute, das einem widerfährt. Danke ans Leben, an euch alle, schön haben wir euch als Leser/Innen.
Fazit der Woche: Einmal keines
Wochenfilm
Musik: Raghu Lokanathan, Stück: Something Like That
Der Sänger wohnt in Prince George