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Immer noch in Walla Walla (danke Mo für die vielen Tipps) entdecken wir nebst weiteren Weingütern den Pioneer Park. Wir schlurfen durch das Laub eines Baumbestandes, der ehrwürdiger nicht sein könnte.

Doch der Höhepunkt ist die grosszügig angelegte Historische Voliere (Aviary). Wir entdecken verschiedene Enten-, Gänse- und exotische Vogelarten in einer Pracht, die farblich und mustermässig in Vollendung geschaffen ist.

Gock, gock – ich bin der Schönste.
Beim Schlendern durch den alten Teil entdecken wir allerlei Überraschendes…

…. treffen eine gemütliche Stadtatmosphäre an..

…. decken uns mit Olivenöl ein und ziehen den Schluss: Das ist ein Städtchen wo wir wohnen könnten.

Eine schöne Fahrt führt uns nach Oregon, genau genommen ins Dorf Joseph, das wegen den schneebedeckten Wallowa-Bergen auch oft als die „Schweiz von Amerika“ bezeichnet wird.

Beim Bummel durch das einzigartige Städtchen, einer Mischung aus Old-West-Geschichte und Kunstszene, luge ich um jede Ecke, ob nicht doch Clint Eastwood gerade irgendwo sein Pferd sattelt?

Als die Holzindustrie in den 1980ern einbricht und die Sägewerke schliessen, erfindet sich Joseph neu. Es zieht Künstler aller Art an.

Heute schmücken lebensgrosse, preisgekrönte Bronze-Figuren die Hauptstrasse des kleinen Dorfes und Artgallerien verkaufen Kunst in fast jedem dritten Haus.

Noch was Lustiges. Im Jahr 1896 wird die First Bank of Joseph überfallen. Dabei wird ein Räuber erschossen, einer gefasst und einer entkommt mit der Beute. Anstatt dieses Ereignis in den Geschichtsbüchern verstauben zu lassen, ist es im Dorf Tradition, diesen historischen Banküberfall regelmässig zur Unterhaltung von Einheimischen und Touristen detailgetreu auf der Strasse nachzuspielen.

Dieses Show verpassen wir leider. Auch das Alpenfest im September, ein bayerisch-schweizerischer Anlass mit Alphorn, Blasmusik, Bratwurst und Jodelgesang.

Immerhin finden wir das Matterhorn Dorf 🤭.

Wir brauchen tatsächlich eine volle Stunde, bis wir es schaffen, einen Campingplatz Online im nahen State Park zu buchen. Einmal ist die Registrierung falsch, einmal der ZIP-Code, einmal das Passwort und nach jeder Fehlermeldung kommt die Anzeige: Beweise, dass du kein Roboter bist! Klicke Bilder an mit Fahrrädern, Ampeln, Motorrädern, Fussgängerstreifen – Mensch – macht uns Babyboomern das Leben doch nicht so schwer.

Eine wunderbare Fahrt im äussersten Nordosten von Oregon, durch und entlang des Hells Canyon macht Spass.

Es soll die tiefste, von einem Fluss gegrabene Schlucht Nordamerikas sein von bis zu 2’436 Metern stellenweise tiefer als der Grand Canyon.

Der Snake River machts möglich. Er frisst sich Jahr Millionen durch das Gestein und bildet eine spektakuläre, wilde Grenze zwischen Oregon und Idaho, eingerahmt von den majestätischen Wallowa Mountains. Wir haben Glück, die Forststrasse ist noch offen.

Nebst der Schönheit der Natur haben wir einen echten Tiertag dazu. Rehe und Hirschen kreuzen immer wieder unseren Weg. Sie schauen uns und wir sie neugierig an.

Ein weiterer Top-Fahrtag folgt.

Die geplante Wanderung im Gebiet des John Day Fossil Beds National Monuments fällt wegen zu kalt, zu wenig Sonne und Migräne aus.

Die berühmte Cant Ranch ist geschlossen, das Thomas Condon Paleontology Center soll interessant sein aber irgendwie fehlt uns einfach das „Altknochen-Gen“.

Richtig Freude kommt bei den Painted Hills auf.

Die Schichten entstehen vor rund 33 Millionen Jahren aus vulkanischer Asche und verschiedenen Erdzeitaltern mit wechselndem Klima.

Wir laufen alle gut zugänglichen Wege ab, überall wird darauf aufmerksam gemacht, dass das betreten der Hügel streng verboten ist, trotzdem gibt es da und dort Fussabdrücke. Der Mensch ist einfach blöd.

Bend steckt voller Überraschungen. Ist Walla Walla die Stadt der Weingüter, ist Bend die Hochburg der Brauereikunst. Über 30 Craft-Brauereien gibt es alleine in der Stadt.

Wer nimmt schon einen Uber, wenn man zwei gesunde Füsse hat. Das Viertel Old Mill District verbindet historische Sägewerksbauten am Flussufer mit Geschäften, Restaurants und Konzerten. Möbel, Weihnachtsdekoration, Kleider, Leder, Sportutensilien – alle Läden in schönen Gebäuden untergebracht, „gluschtig“ …..

… und fröhlich präsentiert.

Dem Deschutes Fluss entlang schlendernd kommen wir zum Schluss, dass Bend eine weitsichtige Stadtregierung haben muss. Überall schön gestaltete Flusswege, Zugänge zum Schwimmen oder Paddeln – rollstuhlgängig, mit gesunden Baumbeständen, Beschriftungen, Sitzbänken und das alles zwischen Öffentlichkeit und prächtigen, privaten Stadtvillen – so macht Laufen Freude.

Die Altstadt besticht nicht minder. Brauerei an Brauerei, Restaurant an Restaurant und doch gemütlich belebt durch Einheimische, die mit ihren Kindern und Hunden eine Runde drehen. Eine friedliche Stadt mit einem sehr hohem Lebensstandard – so bleibt uns Bend in Erinnerung.

Modern

Gemütlich

Stadtwohnung.
Beim Blick in ein Immobilien Fenster stellen wir fest, dass schönes Wohnen in Bend ordentlich was kostet. Von Mini-Wohnung bis zur Villa liegt die Bandbreite zwischen USD 400‘000 bis zu ca. 12 Millionen. Tja, ganz schön hohes Preissegment. Bend ist eine Stadt, wo es sich gut leben lässt. Vor allem im Sommer, wenn das kühle Bier noch viel löschender die Kehle runter läuft.
Fazit der Woche: Wir rollen unbeschwert
Wochenfilm
Musik: Laura Veirs (lebt in Oregon) Autumn Song